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1986

Einige Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Schleswig-Flensburg gründen die "Rindergilde" in den Fröruper Bergen, südlich von Flensburg. Der Kreis Schleswig-Flensburg wollte die Fläche kaufen und eine dort befindliche Orchideenwiese aufforsten. Dies kann durch einen fünfjährigen Pachtvertrag verhindert werden. Die Pflege der Fläche erfolgt durch Beweidung und Mahd. Die Rinder (Rot- und Schwarzbunte) werden im Frühjahr eingekauft und im Herbst geschlachtet. Förderer des Projektes erwerben die Tiere und erhalten im Herbst das Fleisch von "ihren" Tieren, die über Sommer die Fläche gepflegt und die Artenvielfalt gefördert haben. Über die Beiträge der Förderer finanziert sich das Projekt. Grundgedanke ist von Beginn an ein sich selbst finanzierender Naturschutz. Heute ist die Fläche in das Konzept der "Oberen Treenelandschaft" integriert.

 

1988

Loopstedt kommt dazu. Die ersten Galloways werden angeschafft: Karl-Whiskey, Nena und Veronika. Sie bilden den Grundstock einer dauerhaften Herde, die bis zum heutigen Tage ständig gewachsen ist. Anfänglich werden die Galloways über Winter aufgestallt, bis wir festgestellt haben, dass es den Tieren auch im Winter draußen besser gefällt.

 

1989

Mit dem Naturdenkmal Himmelsauge verpachtet die Stadt Schleswig die ersten Flächen an die Rindergilde. Damit wird der Grundstein für eine Flächenerweiterung in Richtung auf die westlich an das Himmelsauge angrenzenden Flächen gelegt.

 

1990

Umbenennung von "Rindergilde" in "BUND'e Wischen", um die Betonung mehr auf den Naturschutz und nicht ausschließlich auf die Rinder zu legen. Der Name "BUND'e Wischen" ist aus dem niederdeutschen abgeleitet und bedeutet "bunte, feuchte Wiesen". Gleichzeitig soll durch die Schreibweise die Zugehörigkeit zum BUND dokumentiert werden.

 

1992

BUND'e Wischen erhält den Umweltpreis der Stadt Schleswig.

 

1993

Himmelsauge: Im Rahmen der ersten Beschäftigungsmaßnahme in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt (insgesamt 4 Teilnehmer) erarbeitet der Diplom-Biologe Jürgen Schmidt ein naturschutzfachlich fundiertes Konzept für die westlich des Himmelsauges gelegenen Flächen, die in diesem Zuge als Ausgleichsflächen ausgewiesen werden. So wird der gesamte Komplex von rund 21 ha Größe der intensiven Bewirtschaftung entzogen und der extensiven Beweidung zugeführt. An der B 201 wird ein Lärmschutzwall angelegt. Auf einem drei Hektar großen Teilstück wird mit der Anlage einer Streuobstwiese begonnen. In Zusammenarbeit mit dem Pomologen Meinolf Hammerschmidt wurden dort mittlerweile rund 300 Hochstämme alter Obstsorten gepflanzt.

 

1994

Am 15.9.1994 gründet sich der gemeinnützige Verein "Bunde Wischen e.V." Die Vereinsgründung ist das Ergebnis einer langen Planungs- und Vorbereitungsphase. Aufgrund der erheblichen Ausweitung des Projektes und der Trägerschaft von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird dieser Schritt notwendig. Die Gründungsmitglieder sind: Hartmut Weber, Dirk Andresen, Gerd Kämmer, Jürgen Schmidt, Bernd Struwe-Juhl, Peter Andresen-Jordan und Rolanda Jordan. Der Vorstand besteht aus Hartmut Weber (1. Vorsitzender) und den Beisitzern Dirk Andresen und Gerd Kämmer. In den ersten Jahren nach Vereinsgründung (bis Ende 1996) ist ein Mitglied des BUND-Landesvorstandes (Rosemarie Germer) auch Mitglied im Vorstand von Bunde Wischen e.V. Die Geschäftsführung wird durch Dirk Andresen und Gerd Kämmer wahrgenommen.

 

1996

Bunde Wischen e.V. erhält den Natur- und Umweltpreis des Landes Schleswig-Holstein.

 

1996

Das Naturschutzgebiet "Reesholm" wird mit einer Teilfläche von 70 ha von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an Bunde Wischen e.V. verpachtet. Dies ist das erste großflächige Beweidungsprojekt in einem Naturschutzgebiet mit der Stiftung Naturschutz als Verpächter.

 

1996

Seit 1995 hat Bunde Wischen e.V. im Naturschutzgebiet "Bültsee und Umgebung" die ersten mechanischen Pflegearbeiten durchgeführt, die von Jahr zu Jahr ausgeweitet werden. Parallel dazu beginnt 1996 der Versuch die hochsensiblen Uferbereiche mit Galloways zu beweiden. Die Versuche werden in enger Abstimmung mit dem damaligen Landesamt für Natur und Umwelt durchgeführt und mündeten schnell in einem Beweidungskonzept für beinahe das gesamte NSG. Dieses hat bis heute Bestand und kann als äußerst erfolgreich bezeichnet werden.

 

1997

Bunde Wischen e.V. pachtet den Hof Hartwigswalde südlich von Neumünster. Der Hof mit seinen rund 80 ha ist der Ausgleich für das Industriegebiet Neumünster Süd. Das Flächenmanagement Galloway-Beweidung und Mahd) und das Wasserregime sind auf den Schutz von Wiesenvögeln ausgerichtet (Großer Brachvogel, Bekassine, Kiebitz). Gleichzeitig verpflichtet sich Bunde Wischen e.V., den verfallenen landwirtschaftlichen Hof in Abstimmung mit der Stadt zu einem Landschaftspflegehof auszubauen.

 

1998

Erwerb des Hofes Königswill in Schleswig. 1996 bezog Bunde Wischen e.V. als Mieter zwei Gebäude auf dem Hof Königswill. Zügig setzten wir uns mit dem zuständigen Justizministerium zwecks Erwerb des Hofes zusammen. Die Jugendanstalt Schleswig benötigte den Hof damals aufgrund der Neukonzeption des Strafvollzugs nicht mehr. Im Dezember 1998 wurden unsere Bemühungen mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages gekrönt. Finanziert haben wir den Kauf und die ersten umfangreichen Umbauarbeiten mit einem Existenzgründungsdarlehen aus dem Landwirtschaftsministerium.

 

1998

Die Stiftung Naturschutz kauft den Standortübungsplatz Flensburg/Harrislee als eines der ersten großen Konversionsprojekte im Naturschutz Schleswig-Holsteins. Bunde Wischen e.V. pachtet die Flächen noch im Jahr 1998, beginnt mit den Einzäunungsarbeiten und treibt am 20. Januar 1999 die ersten Tiere auf. Die Einzäunungsarbeiten werden fortgeführt und ab 2001 können 250 ha zusammenhängender Fläche ganzjährig beweidet werden.

 

1999

Mit dem Umbau des Hofes wird auch die Energieversorgung komplett neu konzipiert. Alle Gebäude werden durch Fernwärmeleitungen miteinander verbunden und der ganze Hof über eine Festbrennstoffanlage im Mittelhaus versorgt. Mit zwei Pufferspeichern von zusammen 5000 Litern wird die Versorgung für die Nacht sichergestellt, so dass der Ölbrenner nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen benötigt wird. Im Jahr 2003 wird die Energieversorgung durch den Bau einer 5 KW-Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Mittelhauses ergänzt. Die Versorgung mit Brauchwasser für Hof und Tiere läuft über den hofeigenen Brunnen.

 

2000

Die Mitglieder Jürgen Schmidt, Bernd Struve-Juhl, Peter Andresen und Rolanda Jordan-Andresen verlassen den Verein. Hartmut Weber bleibt als 1. Vorsitzender alleiniges Mitglied im Vorstand. Dirk Andresen und Gerd Kämmer nehmen außerhalb des Vorstandes die Geschäftsführung wahr.

 

2001

Bunde Wischen e.V. stellt die Bewirtschaftung seiner Flächen auf den Ökologischen Landbau nach EU-Ökoverordnung um.

 

2002

Die erste Konik-Herde Schleswig-Holsteins wird im Schäferhaus freigelassen. Die Herde besteht aus 4 Stuten und Hengst Roman. Die Tiere stammen aus dem Tierpark Warder und leben von nun an ganzjährig halbwild in der Weidelandschaft Schäferhaus.

 

2003

Im Stiftungsland Schäferhaus wird der größte Naturerlebnisraum Schleswig-Holsteins der Öffentlichkeit übergeben. Das Betreten des 292 ha großen Geländes ist nur auf den Wegen und den dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt.

 

2003

Bunde Wischen e.V. eröffnet auf dem Hof Königswill den "HOFLADEN KÖNIGSWILL". Schwerpunkt des Sortiments sind die Fleisch- und Wurstprodukte der eigenen Galloways. Das Sortiment wird komplettiert durch Produkte möglichst regionaler Betriebe und Waren aus dem Angebot von Naturkost Grell, Kaltenkirchen.

 

2004

Der Pächter im Naturschutzgroßprojekt Höltigbaum am Hamburger Rand steigt Ende 2003 aus dem Projekt aus. Die Stiftung Naturschutz schreibt die Flächen zur Pacht aus und Bunde Wischen e.V. wird mit der Vorlage seines Konzeptes zur Bewirtschaftung der Flächen neuer Pächter. Die rund 230 ha werden in enger Kooperation mit drei Galloway-Biobetrieben vor Ort bewirtschaftet, die sich täglich um die Viehversorgung kümmern.

 

2005

Zu Jahresbeginn strukturiert sich der Verein neu. Als neue Mitglieder werden Katrin Peper, Jürgen Schmidt und Hans-Wilhelm Nielsen in den Verein aufgenommen. Im April wird der Vorstand erweitert. Neben Hartmut Weber (1. Vorsitzender) werden Gerd Kämmer (2. Vorsitzender) und Hans Wilhelm Nielsen (Beisitzer) in den Vorstand gewählt. Mitte des Jahres wird die ein Jahr zuvor gegründete Bunde Wischen GmbH und der Landschaftspflegehof Hartwigswalde an den Verein Weidelandschaften abgegeben und gleichzeitig die Geschäftsführung neu strukturiert. Dirk Andresen scheidet zum 1.7.2005 als Geschäftsführer aus. Gerd Kämmer nimmt ab diesem Zeitpunkt die alleinige Geschäftsführung wahr. Der gesamte Verein erfährt eine Neuausrichtung. Neben den beiden schon etablierten Säulen "Landwirtschaft" und "Naturschutz" wird nun verstärkt mit dem Auf- und Ausbau der dritten Säule "Gesundung" begonnen. Der Verein gibt sich ein neues Logo.



2006

Der Ausbau der oberen Etage des Südhauses beginnt. Das Dach wird komplett erneuert und die Isolierung deutlich verbessert. Es entstehen eine Ferienwohnung, zwei Appartements und ein Zimmer. Die Heizung läuft über den zentralen Holzvergaserkessel des Hofes, ergänzt durch Solarthermie zur Warmwasserbereitung (750 l Pufferspeicher) und eine Gastherme für den Notfall. Somit sind die baulichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Konzeptes im Bereich Gesundung geschaffen. Das Konzept sieht die Vermietung der Räumlichkeiten an Feriengäste und für einen Seminarbetrieb vor.

 

2007

Im November findet der erste Workshop des neu strukturierten Vereins statt. Dirk Andresen ist zuvor als Mitglied ausgeschieden. Unter Leitung eines Coachers nehmen alle 5 Vereinsmitglieder daran teil. Die Workshops werden zwei bis dreimal jährlich durchgeführt. In diesem Zusammenhang finden eine komplette Neuorientierung und der Aufbau eines neuen Regelwerks mit neuen Organisationsformen statt. Es geht darum, die langfristige Ausrichtung des Vereins festzulegen und die Schwerpunkte und Prioritäten für die nähere und mittelfristige Zukunft zu definieren.

 

2007

Bunde Wischen e.V. tritt dem Verein Feinheimisch als Produzenten bei. Die feinheimische Idee ist innerhalb der Gastronomie auf der Suche nach hervorragenden regionalen Produkten entstanden. Über die so entstandenen Kontakte ist mittlerweile eine regelmäßige Bunde Wischen-Galloway-Fleisch-Belieferung von der Insel Sylt bis nach Hamburg entstanden. Im Jahr 2009 wurde der Verein Feinheimisch mit dem ersten Nachhaltigkeitspreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

 

2008

Bunde Wischen e.V. tritt dem Förderkreis für Ganzheitsmedizin in Bad Herrenalb bei. Dieser Schritt entspringt der Entwicklung der Säule "Gesundung". In der Zusammenarbeit soll zukünftig versucht werden, die Idee des Förderkreises auch in den Norden zu tragen. Gleichzeitig will Bunde Wischen e.V. in der Kombination aus Gesundung und Naturschutz bei der Durchführung von Seminaren neue Anstöße für den Förderkreis liefern.

 

2008

Fertigstellung des Südhausumbaus und Beginn der Vermietung der Ferienwohnungen an Feriengäste. Aus dem Team "Ferienwohnungen", das sich zunächst vornehmlich um die Ausgestaltung und Vermietung der Ferienwohnungen gekümmert hat, etabliert sich das Team "Gesundung". In dem Team wirken Hartmut Weber (Bereichsleiter), Katrin Peper und Friedlinde Burger mit. Die Aufgabenstellung dieses Teams ist viel weiter gefasst und beschäftigt sich mit Fragestellungen, die aus der Säule "Gesundung" heraus Auswirkungen auf den gesamten Verein haben. Ende des Jahres wird Friedlinde Burger als Fördermitglied in den Verein aufgenommen.

 

2008

Am 1. Januar 2008 tritt Bunde Wischen e.V. dem Bioland-Verband bei. Ein in Hinblick auf die beabsichtigte Aufweichung der Regelungen in der EU-Ökoverordnung konsequenter Schritt.

 

2009

In Zusammenarbeit mit den Schleswiger Stadtwerken wird eine 1 KW-Kleinwindkraftanlage als Forschungsprojekt auf dem Mittelhaus installiert. Damit sind dann Holz, Sonne und Wind als regenerative Energielieferanten sowie Öl und Gas als fossile Brennstoffe für den Notfall in das Energiekonzept des Hofes Königswill integriert.

 

2009

Die Internetseite des Vereins wird neu programmiert und komplett neu gestaltet. Die drei Säulen des Vereins finden entsprechend Berücksichtigung. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, dass Bunde Wischen mittlerweile auch zu einem Verein der "bunten Visionen" geworden ist.

 

2009

Bunde Wischen e.V. erhält die Zulassung als Ausbildungsbetrieb und stellt im November den ersten Auszubildenden zum "Werker in der Landwirtschaft" ein. Damit beschäftigt der Verein 8 Festangestellte. Dazu zählen die langjährigen Mitarbeiter Johannes Peters (Vorarbeiter, seit 1993), Thorsten Fedde (Vorarbeiter, seit 1995), Ullrick Jackstadt (Büro, seit 1996) und Katrin Peper (1995 bis 1999 Anleiterin, ab 2003 Leitung im Hofladen).

 

2010

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner verleiht dem Verein Bunde Wischen auf der Grünen Woche in Berlin den "Förderpreis Ökologischer Landbau 2010".

Es fanden zwei Workshops zur Verbesserung der Kommunikation, der Zusammenarbeit und des Regelwerkes statt.

2 weitere Mitarbeiter werden im Hofladen fest angestellt.

 

2011

Es wurde ein Workshop zur Verbesserung der Betriebsstruktur und der Betriebsabläufe durchgeführt.

Friedlinde Burger scheidet im April aus dem Gesundungsteam aus.

Generationswechsel im Vorstand – nach 17-jähriger Ausübung der Funktion als 1. Vorsitzender tritt Harmut Weber von diesem Posten zurück.

Gerd Kämmer wird zum neuen 1. Vorsitzenden, Hartmut Weber zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Der „Werker in der Landwirtschaft“ kann seine Ausbildung erfolgreich abschließen und er wird in ein festes Arbeitsverhältnis vermittelt.

3 Mitarbeiter werden fest angestellt.
Bunde Wischen e.V. erhält die Vollanerkennung als Lehrbetrieb und zum 15. Juli beginnt der erste Auszubildende seine Lehre als Landwirt.

 

2012

Seit dem 1. Januar gehört Bunde Wischen e.V. zum Netzwerk der „Demonstrationsbetriebe für den ökologischen Landbau“.

Hartmut Weber gibt die Bereichsleitung der Säule Gesundung ab.

 

Bioland