Tiertransporte und Schlachtung Drucken E-Mail

Tiertransporte lassen sich auch bei unserer Haltungsform nicht vermeiden. Immer wieder müssen Tiere aus verschiedenen Gründen (Zuchtaspekte, Futterverfügbarkeit auf der Fläche, Naturschutzauflagen) transportiert werden. Obwohl die Tiere bei unserer Haltungsform nicht an regelmäßige Transporte gewöhnt sind, versuchen wir den entstehenden Stress so weit wie möglich zu minimieren. Dazu werden die Tiere nach Möglichkeit in fest installierten Fanganlagen eingefangen, in Ruhe sortiert und möglichst nie allein verladen. Da unsere Tiere es überhaupt nicht gewohnt sind, angebunden zu sein, geschieht dies auch beim Transport nicht.

Neuankömmlinge im Schäferhaus Viehtransporter (hochgefahren) Viehtransporter (abgesenkt) Viehtransporter

Wir verwenden Anhänger mit flachen Laderampen, damit die Tiere leichter in den Anhänger gehen. In diesem Zusammenhang ist auf unseren Viehtransportwagen der Firma Joskin zu verweisen, der gar keine Klappe mehr hat, sondern nur noch seitlich aufgehende Türen. Zum Verladen wird der Anhänger hydraulisch abgesenkt, so dass nur noch eine Schwelle von 10 cm übrig bleibt. Der Anhänger ist innen gummiert, so entstehen beim Betreten des Anhängers auch keine ungewohnten Geräusche, die die Tiere verschrecken könnten.

Schlachtung

Besondere Bedeutung kommt dem Umgang mit den Tieren vor der Schlachtung zu. Die Vorbereitung der Schlachtung ist nicht nur mit Transporten, sondern auch mit dem Aufenthalt in geschlossenen Gebäuden und Ställen verbunden, der für die Tiere ungewohnt ist. Auch durch den Schlachtvorgang selbst bis zur Tötung des Tieres sind gerade die nervösen Tiere einem erheblichen Stress ausgesetzt, der sich zwangsläufig nicht positiv auf die Fleischqualität auswirken kann. Für die Vermarktung im eigenen Hofladen werden regelmäßig zwei Rinder pro Woche geschlachtet. Die Schlachtung erfolgt nicht in einem Schlachthof, sondern in der Landschlachterei Burmeister im 20 km entfernten Viöl. Die Landschlachterei hat eine eigene Bio-Zertifizierung und stellt auch die gesamten Wurstprodukte für uns her.
Um den Stress vor der Schlachtung zu minimieren, werden die Tiere eine gewisse Zeit vor der Schlachtung auf eine hofnahen Fläche geholt, wo sie Zugang zu einem Stall haben, den sie für die Wasserversorgung aufsuchen müssen. Dort werden die Tiere dann auch eingefangen und verladen. Der Transport zum Schlachter erfolgt einen Tag vor der Schlachtung, so dass die Tiere sich dort noch eine Nacht beruhigen können. Trotzdem bedeutet die Schlachtung enormen Stress für die Tiere.
Die konsequente Fortsetzung einer artgerechten Tierhaltung ist die Tötung der Tiere auf der Weide in ihrer natürlichen Umgebung per Kugelschuss. Dieses Verfahren wird in den meisten Projekten mit Heckrindern zwar praktiziert, ist aber bei  regelmäßiger Durchführung mit vielen genehmigungstechnischen Hindernissen verbunden. Die bessere Fleischqualität der geschossenen Tiere scheint zwar offensichtlich, ist aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Daher werden wir ab der 2. Jahreshälfte 2010 in Zusammenarbeit mit der Uni Witzenhausen ein Forschungsprojekt starten, in dem die Fleischqualität von geschossenen und herkömmlich getöteten Rindern anhand verschiedener Parameter verglichen wird. Beim Kugelschussverfahren kommen die Tiere sofort nach der Tötung durch den Kugelschuss in eine mobile Schlachtbox, in der sie dann ausbluten. Erst dann erfolgt der Transport zum Schlachter und die weitere Verarbeitung des Tieres. Dieses aufwendige Verfahren entspricht in vollem Umfang den Anforderungen der EU-Hygieneverordnung. In dem Projekt ist geplant, 20 geschossene und 20 herkömmlich getötete Tiere miteinander zu vergleichen.
Auf die Ergebnisse sind wir sehr gespannt!

 

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