Naturschutzgebiet Reesholm Drucken E-Mail

1996 war Reesholm das erste Naturschutzgebiet, das von Bunde Wischen e.V. gepachtet wurde. Gleichzeitig war es das erste Großprojekt zwischen Stiftung Naturschutz und dem Verein Bunde Wischen, mit dem der Grundstein für eine intensive und kooperative Zusammenarbeit gelegt wurde.
Grund für die Verpachtung war die Erkenntnis, dass die Einstellung der Nutzung zu einer Beschleunigung des auch schon zuvor zu verzeichnenden Artenrückgangs geführt hatte. Die Nutzung in Form einer extensiven Sommerbeweidung erhöht die Strukturvielfalt und verhindert die Ausbreitung des Schilfs. Viele der seltenen Arten auf Reesholm wäre heute ohne die Beweidung vermutlich verschwunden.
Das Naturschutzgebiet Reesholm liegt mit 120 ha Größe 10 km östlich von Schleswig. Es handelt sich um eine Halbinsel, die in der letzten Eiszeit als relativ breiter, jedoch flacher Moränenriegel stehenblieb, der weit in die Schlei hineinragt und die nur 4 m tiefe Stexwiger Enge bildet. An der Westseite, mit seinem 3 m über NN liegenden Steilufer, und an der Südspitze (etwa 4 m über NN) liegen die höchsten Punkte. Demgegenüber liegen weite Teile im Norden des Gebietes nur 0,4 m über NN und sind daher jeder Hochwasserüberflutung ausgesetzt. Im Durchschnitt werden diese Gebiete 12 mal im Jahr überflutet.

Flockenblume Galloways auf Reesholm Reesholm Kleines Sumpfried (Eleocharis parvula)

Die Pflanzenwelt ist nicht nur in den Uferbereichen durch den Salzgehalt des Brackwasser-Ökosystems der Schlei geprägt. Ausgedehnte Bereiche im Norden des Schutzgebietes werden regelmäßig auch im Sommer überflutet und beherbergen eine ausgedehnte Salzwiesenvegetation. Typische Vertreter dieser Bereiche sind z.B. Strand-Aster, Meerstrand-Dreizack und Strand-Wegerich. Imposant sind die Bestände der Engelwurz (Angelica archangelica ssp. archangelica), die im August mit ihren Blütendolden die Bereiche der Hochstaudenfluren überragen. Salinitätsmessungen 3 Tage nach einer Überflutung des Gebietes im September 1996 ergaben für die Gräben und überschwemmten Bereiche im Inneren höhere Werte (0,9 - 1,1 % Salzgehalt) als für die Schlei selbst (0,8 % Salzgehalt).

Von besonderer Bedeutung ist Reesholm für die Vogelwelt. Viele seltene Vogelarten brüten im Gebiet oder nutzen es zur Rast. So rasteten hier 1981 immerhin 104 verschiedene Vogelarten. Im gleichen Jahr führten auch 45 Kampfläufer ihre Balz im Gebiet aus. Am steilen Westufer graben sich die zahlreichen Uferschwalben auch heute noch ihre Bruthöhlen in den Sand und in den ausgedehnten Hochstaudenriedern am östlichen Rand der Halbinsel brüten Reetvögel wie Rohrammer und Rohrsänger.

Reesholm Hochwasser auf Reesholm Infohütte an der Aussichtsplattform Teufelsabbiss auf Reesholm

Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen des Kleinen Sumpfriedes (Eleocharis parvula) im lichten Schilfgürtel an der Ostseite Reesholms, das 1997 entdeckt wurde. Es handelt sich um den einzig bekannten Standort dieser Art in Mitteleuropa. Die letzten Nachweise dieser unscheinbaren Art stammen ebenfalls aus dem Bereich der Schlei aus den 30er Jahren unseres Jahrhunderts. Danach galt die Art als ausgestorben, bis 1988 ein Standort im Haddebyer Noor entdeckt wurde, dort scheint Eleocharis parvula aber wieder verschwunden zu sein.

Weitere Infos entnehmen Sie bitte dem NABU-Flyer zum NSG Reesholm, den Sie hier downloaden können.

 

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